... ein bäriges Vergnügen

Tag 1

Mein Name ist Eddie. Eddie Reisebär. Im Auftrag meiner Firma bin ich immer wieder unterwegs in der Weltgeschichte, um die besten Plätze für unsere Kunden zu finden. Kein einfacher Job, das ist klar. Macht aber Spaß!

 

Dieses Mal geht’s für mich wieder an Bord eines super Schiffes. Na, bin gespannt, was die MeinSchiff3 mir so zu bieten hat. Wir landen am späten Nachmittag auf Malta. Ein Bus bringt uns zum Ausgang. Durch ein schönes Hafengemäuer geht es zum Fotostopp nebst Checkin rauf auf’s Schiff. Unser Schiff mit Kapitän Ionnis Anatasiou wurde in Finnland im Juni 2014 fertig gestellt und ist 293 m lang und 35 m breit. Über 2500 Passagiere und 1000 Mann Besatzung finden auf insgesamt 15 Decks einen Platz. Soweit ich das beurteilen kann, bin ich der einzige Bär, aber das wird sich zeigen…

Kabinen beziehen und ab an Deck. Auf dem Pooldeck auf Deck 12 gibt es alles, was das Herz begehrt: Wir trinken Aperol Spritz, essen Eis in allen leckeren Varianten, knuspern belgische Waffeln und genießen die Sonne. Das alles mit Aussicht auf eine sensationelle Kulisse auf den wunderschönen Hafen von Malta. Bärig!

 

Nach dem Ablegen gehe ich auf Deck 12 zum Anckelmannsplatz. Auch lecker!

Nach einem weiteren Getränk unter freiem Himmel geht es erst mal in meine Kabine. Um 21.45 Uhr müssen wir alle ins Theater zur Seenotrettungsübung. Danach noch einen Cocktail…

Tag 2

Der zweite Tag ist ein Seetag. Ich schlendere lässig über das Schiff und sehe, wie sich die Menschen reihenweise am Pooldeck einen Sonnenbrand holen. Wegen meiner schlanken Linie teste ich den Sport- und Spa-Bereich – gar nicht so übel.

Am Abend hole ich im Menue-Bereich von Gosch die verlorenen Kalorien zum Glück wieder auf.

Tag 3

Am dritten Tag erreichen wir früh morgens Cagliari auf Sardinien. Ein kostenfreier Transferbus bringt uns in 5 Minuten aus dem nicht frei zugänglichen Hafenbereich zum Treffpunkt im öffentlichen Hafenbereich. Zu Fuß ist man recht schnell von hier aus in der Stadt bzw. hier beginnt die Innenstadt der Hauptstadt Sardiniens mit 150.000 Einwohnern.

Ich will zum Dom, der Kathedrale Santa Maria di Castello. Vorab finde ich eine andere kleine Kirche und bekomme dann den Super-Tipp eines anderen Touristen, den Botanischen Garten zu besuchen, der wirklich sehenswert sein soll. Ich marschiere und marschiere und wandere schließlich die falsche Straße hoch. Zwei italienische Mädels sagen mir, ich soll Bus Nummer 8 nehmen. Gesagt, getan. Der Bus nimmt nur passendes Geld und der Fahrer und ich haben mittelschwere Verständigungsschwierigkeiten. Als ich endlich das passende bezahlt habe, sind wir längst an der richtigen Station vorbei. Schade.

Wieder Bus Nummer 8, dieses Mal in die andere Richtung. Endlich haben wir den Botanischen Garten erreicht. Dieser ist allerdings zum einen in der Mittagszeit zu, zum anderen kann ich ihn von meinem hoch gelegenen Punkt recht gut überblicken und finde ihn eher nicht so spektakulär. Noch mal schade.

Danach wandere ich weiter zur Basilika und freue mich über eine sehenswerte Kirche, über die Sonne davor und über freies WLAN vorm Eingang. Wofür Kirchen doch gut sein können… Danach bin ich schon tierisch geschafft und nehme nach meiner Buserfahrung lieber ein Taxi zum Strand. Dort angekommen genieße ich ein kühles Getränk und Snacks in einer Lounge. Ich springe ins kühle Mittelmeer, um abzukühlen. Das Wasser am Il Potto Strand ist klar und ohne Algen. Wunderbar.

Gestärkt nehme ich dann doch wieder einen Bus zurück zum Schiff. Neben uns liegt übrigens die „Allure of the Seas“ der Royal Carribean, das derzeit größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Mir reicht unsere Größe völlig.

Abends nehme ich den Buffetbereich von Gosch unter die Lupe. Dieser besteht mit einer glatten 1!

Tag 4

Nach Sardinien haben wir nun wieder einen Seetag, den wir genießen können. Das ist auch gut so. Ich sehe mir den Kidsclub an, gehe an die Bar und in die 24-Stunden-Bar, in der es immer Pizza, Pommes und Burger gibt. Herrlich!

Abends mixe ich jetzt Gosch und Anckelmannsplatz, denn diese liegen direkt aneinander und man kann mit seinem Teller überall hinlaufen und sich bedienen. Die Creme brulée ist göttlich!J

Tag 5

Bereits um 7 Uhr morgens legen wir in Civitavecchia an. Gesprochen wird das ungefähr so: Schiwitavekkia. Sehr gespannt bin ich auf meinen Transfer und Guide, den ich zusammen mit sechs anderen Reisenden gebucht habe. Nach gut 1 ¼ Stunden und 70 km kommen wir in Ceasars Stadt an. Unser Mercedes Van nebst Fahrer Mike bringt uns brav von Highlight zu Highlight. Er erzählt uns auf Englisch etwas über Italien und Rom und bringt uns zuerst zum Aussichtshügel, dessen Namen ich mir schon wieder nicht gemerkt habe (Giaccoma irgendwas). Danach geht’s zum Colosseum. Unser Fahrer gibt uns den Tipp, erst mal das ganze Areal zu durchqueren und auf dem anderen Ende an die Ticketkasse zu gehen. Der Tipp ist Gold wert und so ziehen wir kurze Zeit später an den langen Schlangen vorbei. Trotzdem sind 1 ½ Stunden für das Forum Romanum und das Colosseum einfach zu knapp. Man, da ist aber auch ganz schön viel kaputt gegangen!

Es folgen viele Kurzstopps von 5 bis 15 Minuten Länge. Wir sehen den Trevi Brunnen (leider ohne Wasser wegen Renovierung) und die Spanische Treppe und die Piazza di Navona, den Pantheon und noch einiges mehr bevor wir letztendlich beim Papst landen. Der hat leider aus unerfindlichen Gründen keine Zeit für mich. Ich hätte mich wohl doch anmelden sollen.

Egal, auch ohne ihn war die Basilika schön und das abermalige Anstehen hat sich gelohnt. Recht geschafft fahren wir noch auf einen anderen der sieben Hügel und haben einen weiteren tollen Panoramablick auf Rom.

Abends lasse ich mich im Menue-Restaurant Atlantik Klassik richtig verwöhnen.

 

Tag 6

In La Spezia habe ich mir einen kleinen Mietwagen gegönnt und laufe zur Station von Europcar. Ich darf in ein Beetle Cabrio steigen. Cool!

Was dann folgt, finde ich persönlich weniger cool: Serpentinen vom Feinsten, um Cinque Terra, die 5 Dörfer in den Felsen zu besuchen. Ich schaffe drei von fünf. Die Orte sind wirklich sehenswert, aber die Wege machen mich fertig! Erst diese Schlängel-Drängel-Straße mit ständigem Luftanhalten vor Anspannung und dann die bergigen Wege von den Parkplätzen zu den Orten im Fußmarsch bei gefühlten 30 Grad Celsius (auf jeden Fall bergauf, 30 Grad, denkt an mein dickes Fell!). Die Mühe lohnt sich: tolle Landschaft, knallblaues Meer und bunte Häuser in engen Gassen entschädigen mich für den mühevollen Weg.

Gesehen habe ich Riomaggiore, Manarola und Vernazza. Richtig schön!

 

Tag 7

Um 8 Uhr morgens treffen wir in Monaco ein, ein kleines Fürstentum mit gerade einmal 2 Quadratkilometer Fläche, aber mit 37 Tausend Einwohnern. Monaco ist sehr reich. Privatpersonen müssen keine Einkommenssteuer und keine Erbschaftssteuer bezahlen. Dementsprechend eng ist das Geflecht aus Luxus-Domizilen und Luxus-Yachten. Ob das was für mich ist?

Zum ersten Mal auf dieser Reise werden wir getendert, d.h. die MeinSchiff3 ankert auf dem Meer und wir werden mit kleinen Tenderbooten übergesetzt. Das dauert zwar etwas länger, ist aber mal ganz spannend. Von Monaco aus kann ich unser Schiff gut sehen:

Da Monaco so klein ist, will ich es zu Fuß erkunden. Ich beginne mit einem kleinen Treppenaufstieg bis zum Aquarium. Von hier wandere ich durch einen schön angelegten Park hin zum Fürstenschloss der Grimaldis. Ähnlich wie beim Buckingham Palace werden die Fürsten durch aufgeplusterte Wachmänner mit komischen Mützen bewacht, die hin- und her stolzieren müssen. Die Armen.

Anschließend gehe ich durch die Stadt, vorbei an vielen Geschäften mit Mondpreisen und gehe zum Teil auf der Rennstrecke hin zum Theater und zum berühmten Casino. Dort scheitert es an der passenden Garderobe und am Kleingeld. So wollen die Herren am Eingang mich nicht reinlassen… Auch wenn Monaco nur 2 x 2 km groß ist, habe ich den Eindruck einen Riesenmarsch gemacht zu haben.

Monaco ist schön und sauber. Naja, wenn alleine ein Parkplatz € 180.000,- kostet, kann man sich vorstellen, dass Geld hier keine Rolle spielt und alles nett aussehen kann. Ist aber eher was für Luxusbären.

 

Tag 8

La Seyne sur Mer in Frankreich sagte mir bis zu unserer Reise gar nichts. Kein Wunder, wenn man es sich anschaut. La Seyne liegt neben Toulon. Beide Orte haben finanzielle Schwierigkeiten, denn von den ehemaligen Werften ist nicht viel übrig. Einzig der militärische Teil ist noch aktiv. Romantisch ist etwas anderes, aber es gibt auch schöne Eckchen.

Ich mache einen Ausflug mit TUI Cruises nach Marseille. Unser Reiseleiter ist lustig. Sein französischer Akzent und die Tatsache, dass er alles drei Mal sagt, führen dazu, dass ich mir ganz bestimmt alles merken werde. Wir hören alles Wissenswerte über die Region, die Orte, an denen wir vorbei fahren und über Marseille.  „Genießen Sie den schönen Ausblick, das Panorama, Rundsicht wenn sie die 50 Stufen aufsteigen, erklimmen, hoch gehen.“ Er redet wie ein wandelndes Synonyme Lexikon. :-)

Also lerne ich viel über die Stadt und auch über die Nationalhymne und das Nationalgericht. Wir besuchen die berühmte Notre Dame de la Garde. Na gut, unser Reiseleiter hat recht: Die Aussicht ist toll.

Danach kriegen wir noch eine kleine Stadtrundfahrt im Bus und haben eine Stunde Zeit am Hafen, um uns die Fischverkäufer anzuschauen, oder ein Bier oder einen Café au lait zu trinken. Als kleiner Bär muss man in diesem Getümmel sehr aufpassen, die Fischer sind schnell mit ihrem Messer dabei, wie mir scheint.

Auf der Rückfahrt verspricht unser Reiseleiter zu schweigen, aber dieses Versprechen kann er nicht halten…

 

Tag 9

Endlich wieder so eine Art Seetag. Ich habe ausgeschlafen und bin im Anckelmann in Ruhe frühstücken gegangen. Leider hat uns die Sonne wieder im Stich gelassen, so dass ich erst mal eine Stunde auf der Kabine verbringe, um zu entspannen. Dann sehe ich mir im Klanghaus Konrad Martin Becker an, der im Vergleich zu Herrn Knittel wirklich super lustig ist. Comedy der Extra-Klasse. Bärenstark! Danach gehe ich noch mal zum Sport und in die Sauna.

Gestärkt mit zwei Kugeln Eis kann ich dann die Zeit bis 18 Uhr zum Essen überbrücken. Um 19 Uhr laufen wir so langsam in Barcelona ein, was ich vom Balkon aus gut sehen kann.

Die MSC Armonia kommt uns dabei erstaunlich dicht entgegen. Eine Stippvisite in die Stadt kann ja nicht schaden, denke ich mir.

Um 22 Uhr sind alle wieder an Bord und ich nehme noch 2-3 Abschluss Getränke in der Himmel-und-Meer Bar vorne in Deck 14 mit Blick auf Barcelona.

 

Tag 10

Heute mache ich mit einer kleinen Gruppe eine Radtour durch Barcelona. Um 10 Uhr verlassen wir unser Schiff und nehmen den Bus Richtung Stadtmitte. Von dort marschieren wir zum Olypischen Hafen, wo der Start unserer Radtour liegt. Wir treffen auf Elisabeth, unseren österreichischen Guide mit ihrem Lieferwagen. Darin hängen erstaunlich viele kleine Fahrräder, die nach dem One-Size-Prinzip fast beliebig am Lenker und am Sattel verstellt werden können (Die kleinen Räder bleiben, passt mir ganz gut!). Rechtzeitig reißt der Himmel auf und wir folgen Elisabeth ungefähr 15 km durch Barcelona. Sie erzählt uns von Olympia vor diversen Jahren (30?) und zeigt uns einen schönen Park mit Brunnen und eine Allee mit Tor, die extra zur Weltausstellung im Jahr 1888 gebaut bzw. angelegt worden sind. Danach geht es zur Sagrada Familia und zu zwei weiteren berühmten Gaudi-Bauwerken.

Darauf folgt ein Zick-Zack-Kurs entlang der Shoppingstraße Richtung Rathaus und Regierungssitz. Am Strand angekommen, bekommen wir noch ein Getränk in der Sonne und kommen um 14.20 Uhr nach gut drei Stunden wieder beim Startpunkt an. Insgesamt eine sehr gelungene Aktion. Danach trennt sich unsere Gruppe zum Shoppen und ich erstehe noch einen neuen Kopfhörer. Um 18.30 Uhr heißt es Leinen los zur letzten Etappe Richtung Mallorca. Leicht wehmütig treffe ich meine neuen Freunde in der Außenbar auf Deck 12 und genieße einige Aperol-Spritz, bevor ich dann leider schon Koffer packen muss. Blöd.

Ein letztes Mal viel Fisch, leckere Beilagen und anschließend viel Creme Brulée…

 

Tag 11

Zum Glück muss ich nicht so früh zum Flughafen. Unser Air Berlin Flug geht erst um 14.30 Uhr. Allerdings muss ich um 9 Uhr die Kabine verlassen und frühstücke ausgiebig…

und dümpel dann am Pooldeck rum. Dieses füllt sich merklich, weil alle ihre Kabine verlassen müssen und auch schon neue Gäste da sind. Um 11 Uhr geht es zum Flughafen. Der Flug startet pünktlich und landet brav um 17 Uhr wieder in Hamburg. Kalt ist es! Zum Glück läuft auch der Rest nahtlos und schnell, so dass ich um 19.15 Uhr wieder im geliebten Schneverdingen ankomme.

Schön war’s. Die MeinSchiff3 ist der Ober-Hammer. Wenn ich wieder los muss zum Testen, bin ich bereit. Für heute war’s das erstmal.

 

Euer Eddie Reisebär

 

Kommentieren